Die Vision von Bahnstrecken-Reaktivierungen

Keck hakt nach für die Ablachtal-Bahn und die Strecke Singen-Etzwilen

Vom Reaktivierungsprogramm der Landesregierung hat der Landtagsabgeordnete Jürgen Keck lange Zeit nichts Neues erfahren. Auf seine Sachstandsanfrage beim Verkehrsministerium erfolgte erfreulicherweise die Rückmeldung, dass die Prüfungen der Landesregierung wie geplant vorgenommen werden.

Eisenbahnstrecken wurden bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts aus unterschiedlichsten Gründen stillgelegt. Nun soll das Angebot im öffentlichen Nahverkehr endlich wieder gesteigert werden, wobei die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken eine wichtige Rolle spielt. Beispielhaft für ein solches Programm ist die Seehäsle-Strecke, die zwischen Radolfzell und Stockach bereits 1996 reaktiviert wurde. In Stockach könnte es zukünftig mit der Reaktivierung der Ablachtal-Bahn (30,4 km) in Richtung Mengen weitergehen.

Die Landesregierung prüft derzeit bei 41 baden-württembergischen Schienenstrecken, ob sich eine Reaktivierung lohnt. Hierbei werden insbesondere das Fahrgastpotential und die erforderlichen Investitionen überprüft. Bau und Betrieb müssen grundsätzlich kommunal finanziert werden. Das Land soll zumindest den Streckenausbau oder auch eine Elektrifizierung über das Landesverkehrsfinanzierungsgesetz mitfinanzieren. Zu den Voraussetzungen einer Reaktivierung mit Landesmitteln zählen im Durchschnitt mehr als 1.000 zu erwartende Fahrgäste je km und Schultag sowie ein positiver Nutzen im volkswirtschaftlichen Bewertungsverfahren.

„Das Verkehrsministerium hat um etwas Geduld gebeten. Nach Fertigstellung der Potentialuntersuchung im Sommer soll mit der Auswertung begonnen und die weiteren Schritte geplant werden. Man würde mich dann umgehend informieren, wann mit den ersten Ergebnissen zu rechnen sei.“, teilte Keck mit und ergänzte: „Die Vision einer Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Singen und Etzwilen habe ich immer noch. Der Bau des Einkaufzentrums Cano schreitet voran und damit nähern wir uns einem größer werdenden Verkehrsaufkommen in Richtung Singen. Die finanzielle Unterstützung durch das Land wäre eine große Bereicherung für den Personennahverkehr, kleine und mittelständische Unternehmen sowie für unseren Tourismus. An dieser Stelle wären Steuergelder richtig gut investiert.“

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