Fachkräftelücke in der Pflege – Landkreis Konstanz

Angesichts des demografischen Wandels und des medizinischen Fortschritts wird die Zahl von Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren noch stärker steigen. Demgegenüber steht eine Fachkräftelücke, die heute schon vielfach zu Aufnahmestopps in Pflegeeinrichtungen und bei Pflegediensten führt. Aufgrund der beunruhigenden Situation, insbesondere im Bereich der Altenpflege, hat sich FDP-Landtagsabgeordneter Jürgen Keck bei der Landesregierung über die Situation der Pflegeausbildung im Kreis Konstanz erkundigt.

Die Zahl der nicht abgeschlossenen Ausbildungen sei mehr als erschreckend, stellt Keck nach Erhalt der Antwort von Sozialminister Lucha fest. So haben im Ausbildungsjahr 2015/2016 164 Auszubildende ihre Lehre im Bereich der Gesundheits-/ und Krankenpflege begonnen. 2018/2019 haben jedoch nur 38 Auszubildende die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Diese Differenzen ziehen sich im gesamten Pflegebereich wie ein roter Faden durch die vergangenen Ausbildungsjahrgänge. Die zweijährige Ausbildung zur Altenpflegehilfe für Migranten haben bisher 8 Schüler im Landkreis Konstanz erfolgreich abgeschlossen.

Jürgen Keck war zuletzt bei Ausbildungsbetrieben in Radolfzell und in Allensbach im Austausch, wo er Zustimmung für seine Forderungen erhalten hat: „Bezahlbares Wohnen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Leistungsgerechte Vergütung, Wertschätzung und flexible Arbeitszeiten bilden für mich das Fundament einer zukunftsorientierten Pflegebranche. Nur wenn wir diese Punkte intensiv angehen, können wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Es ist also nicht nur Aufgabe des Bundes. Auch auf Landesebene müssen wir gemeinsam mit den Kommunen an diesen Punkten feilen.“

Die Landesregierung möchte dem Pflegemangel mit der generalistischen Ausbildung entgegentreten, durch welche alle angehenden Pflegekräfte, seit diesem Jahr, in den ersten beiden Ausbildungsjahren dieselben Inhalte erlernen. „Die generalistische Ausbildung sehen wir als FDP eher als Ergänzung, jedoch nicht als Retter der Pflegeausbildung.“ erklärt Keck. Zudem mache die Antwort deutlich, dass nicht jede Einrichtung im Landkreis Konstanz nach dem generalistischen Modell ausbilden wolle. Da es die alten Ausbildungsberufe seit 2020 nicht mehr gibt, führe das zu einem weiteren Verlust an Ausbildungsplätzen im Pflegebereich. „Als wichtige Ergänzung dürfen Fachkräfte aus dem Ausland nicht außer Acht gelassen werden. Es ist für die Einrichtungen und Träger aufgrund des erheblichen Bürokratieaufwands äußert schwierig, Kontakte ins Ausland zu knüpfen. Daher setze ich mich dafür ein, dass aufenthaltsrechtlich notwendige Genehmigungen für ausgebildete Pflegekräfte aus dem Ausland zügiger als bisher erteilt werden.“ teilte der Landtagsabgeordnete abschließend mit.

Die Kleine Anfrage ist hier zu finden.

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