Frauenhäuser benötigen zusätzliche Unterstützung

Millionen-Segen für Frauen- und Kinderschutzhäuser reicht nicht aus

Der Landtagsabgeordnete Jürgen Keck begrüßt, dass im baden-württembergischen Haushalt 2020 vier Millionen Euro und in 2021 acht Millionen Euro für Frauen- und Kinderschutzhäuser endlich zur Verfügung stehen. Dennoch ist er enttäuscht, da auf konkrete Unterstützungsanfragen, insbesondere aus dem Landkreis Konstanz, bisher nicht eingegangen wird.

Die Gewalt gegen Frauen nimmt zu. Acht Jahre nach dem Deutschland die Istanbul Konvention unterzeichnet hat, fehlen schätzungsweise noch immer 14.600 Plätze. Dabei sollte es in unserer Gesellschaft keinen Raum für Gewalt geben, sondern genügend Schutzräume vor Gewalt.

Jetzt soll der Aus-, Um- und Neubau sowie die Sanierung von Einrichtungen endlich vorangehen. Sozialminister Manfred Lucha hofft, mit den finanziellen Mitteln die fehlenden Plätze verringern zu können. „Wenn ein Bundesland wie Baden-Württemberg über 9 Landkreise verfügt, in denen es noch gar kein Frauenhaus gibt, dann ist es höchste Eisenbahn, hier aktiv zu werden. Insbesondere dann, wenn Frauen aus unserem Landkreis aufgrund des Platzmangels in andere Bundesländer geschickt werden.“, so Keck.

Nachdem Jürgen Keck das Sozialministerium in diesem Jahr bereits auf weitere konkrete Problemstellen der Frauen- und Kinderschutzhäuser aufmerksam gemacht hat, ist er enttäuscht darüber, dass weitere Maßnahmen jetzt noch nicht angepackt werden. Die Kinderbetreuung beispielsweise gehört nicht zur Regelfinanzierung. Daher müssen sich die Einrichtungen selbst helfen. Speziell, auf die Bedürfnisse der Kinder, ausgebildete Erzieher und Psychologen werden von den Einrichtungen rein auf Spendenbasis finanziert. In anderen Bundesländern erhalten Frauen- und Kinderschutzhäuser konkrete finanzielle Mittel für die Kinderbetreuung.

„Nachdem ich das Sozialministerium über diesen unhaltbaren Zustand informiert habe, erhielt ich lediglich die Antwort, dass man in den Austausch mit den Frauen- und Kinderschutzhäusern gehen wird. In diesem Austausch befand ich mich bereits. Warum man jetzt weiterhin reden und nicht handeln möchte, ist mir unerklärlich! Bundesweit gibt es hierzu bereits tolle Konzepte und Baden-Württemberg hinkt mal wieder hinterher. Deshalb wäre es nun sinnvoll die Fördersummen von Bund und Land für eine zielgerichtete Verbesserung, auch im Landkreis Konstanz, zu nutzen. Der neue finanzielle Rahmen sollte sowohl die Erschaffung von weiteren Plätzen, als auch die notwendige Betreuung der Betroffenen und deren Kindern in den jeweiligen Einrichtungen ermöglichen.“

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