Jürgen Keck fordert eine Verbesserung der medizinischen, sektorenübergreifenden Versorgung

Ob Klinikarzt oder Doktor in der ländlichen Region: In den nächsten Jahren werden mehr Ärzte in den Ruhestand gehen, als Stellen nachbesetzt werden können. 65 bis 70 Prozent aller zum Studium Zugelassenen sind Frauen. Zahlreiche junge Ärztinnen arbeiten halbtags, um Familie und Beruf unter einen Hut bekommen zu können. Des Weiteren ist bei jungen Ärztinnen und Ärzten zu beobachten, dass eine zielgerichtete Work-Life-Balance angestrebt wird. Unter diesen Umständen muss auch weiterhin eine eindeutige Verbesserung der haus- und fachärztlichen Versorgung erreicht werden.

Jürgen Keck MdL wollte daher konkrete Informationen zur Arbeit der Bund-Länderarbeitsgruppe „sektorenübergreifende Versorgung“ in Erfahrung bringen. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, eine bessere Patientenversorgung durch eine Zusammenarbeit und Vernetzung des Gesundheitswesens zu erreichen. Länder sollen gemäß den aktuellen Berichten beispielsweise die Möglichkeit erhalten, Krankenhäuser zu benennen, welchen sie zukünftig Versorgungsaufträge zur ambulanten Behandlung übertragen dürfen. Eine wichtige Frage vor allem: Wo soll es im Land Baden-Württemberg zukünftig vermehrt ambulante Gesundheitszentren sowie medizinische Versorgungszentren geben?

Der Abgeordnete aus dem Landkreis Konstanz hat daher gemeinsam mit weiteren Abgeordneten der FDP/DVP-Fraktion einen Antrag gestellt, um genau dies in Erfahrung zu bringen. Der gestellte Antrag fragt das geplante Vorgehen der Landesregierung ab, sodass eine Umsetzung in der Praxis möglichst zeitnah mit allen Beteiligten kommuniziert werden kann.

Leider ist Sozialminister Lucha MdL mit seiner Antwort auf die Problematik kaum und eher lustlos eingegangen: „Ein wirkliches Interesse daran, sektorenübergreifende Versorgung voranzubringen, scheint wohl nicht zu bestehen. Wir erkundigen uns, welche beispielhaften Gesundheitszentren es bereits wo im Lande gibt und dann bekommen wir lediglich zwei Seiten sinnlose Definitionen geliefert. Bei ganz konkreten Fragen zur Umsetzung des Eckpunktepapiers der Bund-Länderarbeitsgruppe, fühlt sich der Minister plötzlich nicht mehr zuständig und schiebt die Verantwortung vollumfänglich auf die Kassenärztliche Vereinigung ab. Dabei soll doch gemäß dem Eckpunktepapier nun auch das Land aktiv werden und handeln“, berichtet Keck empört und fordert:

„Ohne das Miteinander von engagierten Politikern mit der Ärzteschaft, werden wir keine brauchbaren Lösungen in der ärztlichen Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum, erreichen können. Wir wollen das Förderprogramm Landärzte weiterentwickeln und hierbei verstärkt Gesundheitszentren bzw. Medizinische Versorgungszentren in den Fokus rücken, denn diese tragen zu einer umfassenden Versorgung vor Ort bei und bieten jungen Ärztinnen und Ärzten zudem einen attraktiven Arbeitsplatz. Das MVZ Hegau in Engen macht vor, wie es funktionieren kann. Des Weiteren müssen wir durch eine aktive Rolle des Landes in der Krankenhauspolitik, die Kliniklandschaft mit der Setzung definierter Schwerpunkte modernisieren. Die Investitionsförderung ist hierbei sachgerecht auszubauen und zu verstetigen.“

>> Der Antrag ist hier zu finden.

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