Lehrermangel im Landkreis Konstanz

„Der Landkreis Konstanz gehört zu den vom Lehrermangel besonders betroffenen Regionen“, das geht aus der Antwort des Kultusministeriums auf eine Kleine Anfrage des Konstanzer Landtagsabgeordneten Jürgen Keck hervor. Nur knapp einen Monat nach Schulbeginn kritisierte bereits der Konstanzer Gesamtelternbeirat die hohe Zahl an Unterrichtsausfällen. Schon jetzt ist ein großer Teil der fest installieren Lehrerreserve eingesetzt, um den Unterrichtsausfall zu kompensieren, heißt es in der Kleinen Anfrage.

Offizielle Zahlen zur Unterrichtsversorgung im laufenden Schuljahr würden laut dem Kultusministerium frühestens im Februar 2019 vorliegen. Stattdessen verweist Kultusministerin Eisenmann auf die Versorgungsgrade im vergangenen Schuljahr 2017/2018. Demzufolge lag die Unterrichtsversorgung im Landkreis Konstanz bei Grund- und Werkrealschulen bei 98,1 %, Gemeinschaftsschulen bei 99,3 %, Realschulen bei 101,7 %, Gymnasien bei 104,3 % und bei den beruflichen Schulen bei 97,2 %. In der im Juni 2018 durchgeführten Vollerhebung der Unterrichtsversorgung kam der Landkreis Konstanz auf einen Unterrichtsfall von 2,7 %. Die Vollerhebung bezieht sich allerdings nur auf einen sehr kurzen Stichprobenzeitraum, kritisiert Jürgen Keck. Zudem ist der fachfremd erteilte Unterricht in der Vollerhebung nicht aufgeführt. Um aussagekräftige Angaben über den wirklichen Unterrichtsausfall machen zu können, müsse man den Unterrichtsausfall endlich vollständig und differenziert erfassen, so der FDP-Landtagsabgeordnete.

Keck kann den Unmut vieler Eltern verstehen: „Die hohe Zahl an Unterrichtsausfällen ist alarmierend. Guten Unterricht kann es nur geben, wenn er auch stattfindet. Der Lehrermangel ist im Lande Baden-Württemberg bereits seit einigen Jahren ein großes Problem. Leider tut Frau Dr. Eisenmann zu wenig, um die Situation sichtlich zu verbessern. Wir Freien Demokraten fordern bereits seit Langem notwendige Veränderungen im Schulwesen durchzuführen. Dazu gehört beispielsweise die Sommerferien-Arbeitslosigkeit von befristet angestellten Lehrern und Referendaren zu beenden, den Beförderungsstau bei den Fachlehrern abzubauen, systematische Angebote der Beratung und Nachqualifizierung für Quereinsteiger ins Lehramt zu entwickeln und mithilfe eines Budgets nach dem Muster 100 Prozent plus X den Schulen mehr Eigenverantwortung und Gestaltungsfreiheit bei der Personalauswahl und -entwicklung zu geben. Ich fordere die Kultusministerin daher dazu auf schleunigst zu handeln, denn die Bildung unserer Kinder ist Grundvoraussetzung für Wohlstand und Freiheit und kann nicht warten.“

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