Therapeutische Versorgung im Landkreis Konstanz muss besser werden

Neuausrichtungen der Plangrößen sind notwendig:

In den vergangenen Wochen erreichten den Konstanzer Landtagsabgeordneten Jürgen Keck vermehrt Nachrichten von Bürgern, die im Landkreis Konstanz vergeblich auf der Suche nach einem Termin bei einem Facharzt für Psychiatrie sind. In einigen Fällen muss gar im Notfall bis zu zwei Wochen gewartet werden, im Regelfall sind es sogar bis zu zwei Monate für ein ärztliches Gespräch, das wiederum lediglich der Intervention dienen kann. Auf einen Therapieplatz warten die Betroffenen zum Teil sogar bis zu sechs Monate.

Aus der Antwort des Sozialministeriums, auf einen Abgeordnetenbrief von Jürgen Keck geht hervor, dass Konstanz mit einem Versorgungsgrad von 314 Prozent an der Spitze aller Landkreise in Baden-Württemberg steht. Die Versorgungsrealität entspreche jedoch nicht immer dem subjektiven Versorgungsbedarf der Bürger und Bürgerinnen, insbesondere wenn sich Ärzte und Ärztinnen bzw. Psychologen und Psychologinnen verstärkt im städtischen Raum niederlassen. Auch zusätzliche Behandler würden, laut Sozialministerium, die Wartezeiten nicht weiter verkürzen. Das Ministerium bedaure lange Wartezeiten, diese lassen sich jedoch nicht immer verhindern. Zeitnahe Verbesserungen sind demnach vorerst nicht zu erwarten, kritisiert Jürgen Keck.

Jürgen Keck wörtlich: „Der hohe Versorgungsgrad von 314 ist zwar auf dem Papier, nach veralteten Planzahlen, eine schöne Zahl, nutzt dem Bürger, der ein halbes Jahr auf einen Termin warten muss, aber nur wenig. Ich fordere daher eine Neuausrichtung der Plangrößen, die dem tatsächlichen Bedarf in der Bevölkerung Rechnung trägt und den Sorgen und Nöten gerecht wird. Es muss schließlich der Mensch zählen, nicht die Zahlenspiele am Grünen Tisch.“

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